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Reutlinger Generalanzeiger, 08.07.2014

Gewagtes Programm

von ISABELLE WILTGEN, GEA

REUTLINGEN. Bei Astor Piazzolla denkt man immer nur an Tango. Doch als junger Mann war der Argentinier ganz der klassischen Musik hingegeben. Seine »Vier Jahreszeiten« in den Kontext von Vivaldis »Vier Jahreszeiten« zu rücken, ist also nicht ganz verkehrt. Intertextualität gibt es nicht nur in der Literatur, sondern auch in der Musik. Das hat die Junge Sinfonie verstanden, und daraus ein ganzes Programm erarbeitet.

So erklingt am Sonntag in der Stadthalle Piazzollas Werk in der Überarbeitung von Leonid Desyatnikov. Da wimmelt es nur so von Vivaldi-Zitaten! Johanna Bohnen, die Solistin, malt wie ein Eiskunstläufer auf dem Boden Kreise mit ihrem Bogen: Vivaldis Winter lässt grüßen. Doch dann scheint das Eis zu brechen. Die jungen Streicher aus dem Orchester lassen ihr Instrument krächzen. Scharfe Dissonanzen machen deutlich: Jetzt sind wir wieder bei Piazzolla.

Den tief beseelten Tango des Argentiniers mit dem nötigen leidenschaftlichen Schwung zu interpretieren, ist eine Kunst, die den jungen Musikern der Jungen Sinfonie, schwer zu schaffen macht. Sie haben deutlich Spaß an den perkussiven Passagen des Werkes, bleiben auch bei abrupten Taktwechseln stets im Rhythmus, doch fallen einige Gefühlsausbrüche dieses temperamentvollen Werkes etwas zu gezügelt aus. Kompliment jedoch an die junge Cellistin, die mit beeindruckendem Perfektionismus ihrem Solo einen tiefgründigen Ausdruck verschafft.

Tonmalerisches Werk

Doch die Zügel, die Dirigent Rainer M. Schmid seinen Musikern angelegt hat, sind nicht immer unangebracht. Rimskij-Korsakows Orchesterphantasie »Sadko« fängt beispielsweise mit einem behutsamen, weichen Trommelschlag an, der das Bild des sanft wogenden Wassers zu malen beginnt. »Sadko« basiert auf der russischen Volkssage »Sadkos Abenteuer«. Sie handelt von einem russischen Kaufmann und Musiker, der auf einer Seereise auf den Meeresfürsten stößt, der als Tribut sturmfreier Weiterfahrt ein Menschenopfer fordert. Sadko muss sich selbst vom Schiff ins tiefe Meer stürzen – dies wird musikalisch durch eine Abwärtsbewegung in Halb- und Ganztonschritten symbolisiert. Der Jungen Sinfonie gelingt es, diese und andere Feinheiten in diesem anspruchsvollen tonmalerischen Werk mit angemessener Dynamik durchleuchten zu lassen.

In Luciano Berios »Rendering« beweisen die Instrumentalisten, dass sie in vielen musikalischen Sprachen bewandert sind. Der zeitgenössische Komponist Luciano Berio versucht in seinem Werk, Schuberts unvollendete 10. Sinfonie, die nur fragmentarisch überliefert ist, in ihrer Unvollständigkeit zu Gehör zu bringen. Die Lücken in Schuberts Werk füllt der Komponist vorsichtig mit blassen, fernen Klängen. Da wo Schubert aufhört und Berio anfängt, erklingt eine Celesta als Signal. An einigen Stellen bleibt jedoch unklar, was da authentischer Schubert ist und was von Berio dazu komponiert wurde. Aber gerade diese Unklarheiten machen das Werk interessant. Für die Musiker war das Interpretieren dieses Werkes sicherlich ein Abenteuer. Respekt, dass sie das gewagt haben! (GEA)

von ISABELLE WILTGEN, GEA, 08.07.2014

Sommerkonzert 2014

SOMMERKONZERT am 06.07.2014
um 19 Uhr in der -Stadthalle- Reutlingen

umarbeiten-arrangieren-restaurieren

Karten bei Musik-Benz Reutlingen und an der Abendkasse (10€ / 5€ erm.)

Programm:
Rimsky-Korsakow   "Sadko" Sinfonische Suite (1867/69/91)
Piazzolla   "Die vier Jahreszeiten" (1965)
für Solovioline und Streichorchester
arr. von L. Desyatnikov
Schubert-Berio   "Rendering" für Orchester (1828 - 1988-90)
Restaurierung einer 10. Sinfonie Schuberts
nach Skizzen aus dem Jahr 1828

Solistin
Johanna Bohnen (Violine)

Leitung
Rainer M. Schmid

 

Flyer Sommerkonzert 2014

Herbstkonzert So. 19. Oktober . 19 Uhr . -Stadthalle- Reutlingen

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Reutlinger Generalanzeiger, 03.01.2014

Reife Leistung

von HEIKO REHMANN

REUTLINGEN. Rhythmisches Pizzicato der Streicher und eine träumerische Melodie, gespielt von der Oboe erfüllen den Georgensaal. Dann brausen Streichersturm und Trommelwirbel durch den Raum. Die junge Sinfonie Reutlingen gab mit ihrem Silvesterkonzert in der Waldorfschule einen rauschenden Ausklang des Jahres.

García Marqués ganz auf den Effekt hin komponiertes Danzón Nr. 2 spielen die jungen Musiker mit tänzerischer Leichtigkeit und temperamentvoll zugleich. Milena Mittelbach, erste Geigerin des Orchesters, spielt ihr Solo leicht verhalten, aber sehr einfühlsam. Dem Dirigenten Rainer Schmid gelingt es, das Ensemble wunderbar rhythmisch und dynamisch durch den Abend zu führen.

Schwäbisches Tagblatt, 02.01.2014

Gelöster Schwung und zündende Rhythmen

von HELLA SCHREIBER

Reutlingen. Es genießt eine Art Kult-Status, das Silvesterkonzert der Jungen Sinfonie. Als Solisten traten dieses Mal die Orchestermusiker Martha Flamm und Sebastian Steinhilber nach vorne. Nicht nur das gehaltvolle Programm und der freie Eintritt, sondern auch die berühmte Silvester-Dreingabe lockten das Publikum so massenhaft in den Saal der Freien Georgenschule, dass weder Programme noch Sitzplätze ausreichten.

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Südwest Presse, 02.01.2014

Mit Fächer und Sombrero

von SUSANNE ECKSTEIN

Das Silvesterkonzert der Jungen Sinfonie Reutlingen im Saal der Freien Georgenschule entwickelte sich erneut zu einem rauschenden Erfolg.

Der Konzertsaal der Freien Georgenschule platzte aus allen Nähten. Die Programmzettel reichten nicht. Und ein Teil des Publikums musste - nach vorheriger Sicherheits-Instruktion - mit Stehplätzen vorlieb nehmen.

Das beliebte Silvesterkonzert lockte wie gewohnt nicht nur mit freiem Eintritt, sondern auch mit einem Überraschungsgag. Man durfte gespannt sein, was sich Rainer M. Schmid und die Seinen diesmal hatten einfallen lassen.

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